Der Dogblog |
Katze gefunden15.05.2010 Irgendwas hat mich heute geritten, nicht wie üblich auf dem Weg nach Hause einkaufen zu fahren, sondern erst meine Hunde nach Hause zu bringen, um dann in Ruhe bei uns in Biesenthal einkaufen zu gehen… Als ich aus dem Laden raus kam, lief auf dem Parkplatz eine kleine Katze mit schwarzem Fell, welches rot-braun schimmert, geschätzte 6 Monate alt, laut schreiend und miauend auf alle vorbeigehenden Menschen zu.
Die Kinder waren fasziniert, ihre Mütter ermannten sie jedoch, die Katze nicht anzufassen, andere Erwachsene kümmerte es wenig, sie scheuchten die Katze weg oder ignorierten sie.
Während ich den Einkauf in meinem Transporter verstaute, beobachtete ich die Situation, ging danach erneut in den Laden und kaufte eine Dose Katzenfutter.
Ich lockte die Kleine an und gab ihr was zu Essen. Sie hatte Hunger und verschlang das Dosenfutter. Währenddessen schauten mich die Leute komisch an, was ich da trieb… eine Mutter kam mit ihrem ca. 10jährigen Sohn auf Distanz von zwei Metern auf mich zu und meinte: „Ich schätze, sie ist vom Herbst 2009. Na, wenn sie den Winter draußen überlebt hat, wird sie es wohl jetzt auch schaffen. Sie hat ja schon gelernt, dass man ihr was zu Essen gibt, wenn sie so laut schreit. Um die Ecke ist ein China-Imbiss, da fällt auch öfter was runter…“
Ihr Sohn, der die Katze zuvor mit lautem Gebrüll und wilden Gesten bewusst verscheuchte, fragte mich, warum ich sie füttere, schließlich gehöre sie mir nicht.
Als die Kleine satt war, traute sie sich zaghaft schnurrend an mich ran und gab mir ihr Köpfchen zum streicheln. Kurz darauf kuschelten wir ausgiebig und das obwohl ich noch meine Arbeitsklamotten an hatte und durch und durch nach verschiedenen Hunden roch.
Dann lief sie unter die parkenden Autos und versuchte sich unter den noch heißen Motoren etwas aufzuwärmen. Dann lief sie unter meinen Transporter, ich konnte sie miauen hören, aber nicht mehr sehen, also legte ich mich unter mein Auto, um nach ihr zu schauen. Die Passanten dachten wohl, dass ich nun völlig bescheuert bin, aber das war nicht wichtig.
Die Kleine war irgendwo ins Innere (unter meine Motorhaube) geklettert und das war mir dann alles zu gefährlich. Auf diese Weise würde sie nicht lange hier überleben können, dachte ich, außerdem lag der Parkplatz direkt an einer stark befahrenen Hauptstrasse… Ich lockte sie raus, nahm sie auf den Arm, aber noch bevor ich die Tür meines Autos öffnen konnte, hatte sie sich auch schon raus winden könnten und sprang runter.
Eine Frau beobachtete mich die ganze Zeit über, kam lächelnd auf mich zu und fragte, was ich vorhätte, ob ich die Kleine mitnehmen will. Sie lungert seit 2-3 Tagen hier auf dem Parkplatz rum, sie hätte sie auch schon einzufangen versucht, aber die Katze sei wieder aus dem Transportkorb entwischt, erzählte sie mir. Sie hätte sie mit nach Hause genommen, aber sie wohnt auch an einer Hauptstrasse und es sind schon 3 ihrer Katzen überfahren worden, und daher hat sie es dann bleiben lassen, aber sie beobachtet die kleine Katze …
Ich nahm die Kleine erneut auf den Arm und die Frau öffnete mir meine Autotür. Die Katze lief neugierig schnuppernd in meinem Auto umher, bis ich die Tür zumachte, da geriet sie in Panik und ging die Wände hoch. Auf der Fahrt nach Hause krallte sie sich in meine Nackenstütze und miaute…
Dennoch konnte ich sie bedenkenlos wieder auf den Arm nehmen, als wir ankamen, sie holte weder ihre Krallen raus, noch versuchte sie mich zu beißen. Ich konnte sie anfassen und untersuchen und ihr die Zecken (um die kleine Schnutte herum) rausholen… sie rollte sich auf dem Schoß meines Mannes zusammen, schnurrte und schlief ein, nachdem sie die Angst verloren hatte und das Zittern aufgehört hat…
Ich habe sie derzeit in unserem Gästehaus untergebracht. Sie bekam ein Katzenklo, Essen und Trinken, sowie ein Fell-Bettchen, welches nach Hund riecht, aber das scheint sie nicht zu stören. Sie hat sich darin in Heizungsnähe eingekuschelt und kann sich nun ausruhen.
Ich vermute, dass sie ausgesetzt wurde oder entlaufen ist, denn sie scheint schon länger draußen zu leben, da ihr Fell dichter ist, als das einer Hauskatze und sie zahlreiche verheilte und auch neue Wunden und Verletzungen hat, welche nach Kämpfen mit anderen Katzen aussehen. Soweit ich sehen konnte, hat sie keine Flöhe, aber Milben und sie ist ganz schön abgemagert. Morgen lasse ich sie von einem Tierarzt untersuchen, vielleicht hat sie einen Chip und wir können den Halter ermitteln…
17.05.2010 Der Besuch beim TA hat nichts ergeben. Sie hat keinen Chip, scheint aber rundum gesund zu sein. Dennoch bekam sie vorsichtshalber alle Mittelchen und muss nun 3 Tage von meinen Vierbeinern ferngehalten werden. Sie schreit bereits lauthals, wenn man das Gästehaus betritt und „Mauzie“ ruft und kommt sofort für eine Kuscheleinheit angerannt.
20.05.2010 Toy hat das Katzenkind mitbekommen und steht seit Tagen heulend vor der Tür des Gästehauses… Daher fand heute ein erstes Kennlernen statt. Die kleine Katze hatte keine Berührungsängste, weil Toy die Sache ganz langsam anging. Nach kurzer Zeit schlich sie um seine Beine und ließ sich die Ohren lecken. Alles verlief total entspannt. Mein Kater Baby hingegen wollte mit ihr nichts zu tun haben und fauchte sie an. Da haute sie ihm auf die Schnute und er ging.
21.05.2010 Als ich mit den Hunden zur Arbeit fuhr, holte mein Mann Mauzie zu uns ins Haus, damit sie in Ruhe alles begutachten und erschnuppern konnte. Aber sie rannte sogleich hinter das Sofa und wollte nicht mehr hervorkommen und sich nicht anfassen lassen… Sie verbrachte den ganzen Tag dort. Als ich nach Hause kam und sie rief, traute sie sich kurz raus, lief in die Küche und verschwand unter dem Küchenschrank… Dann brachten wir sie wieder ins Gästehaus.
22.05.2010 Neuer Tag, neues Glück. Die ganze Chose noch mal, aber gestern waren wir schlauer: Wohnzimmer und Küche blieben zu, damit sie sich nicht verstecken konnte. Und siehe da, es funktionierte. Sie sah sich alles an, war kuschelig und entspannt… Die meiste Zeit verbrachte sie auf der Treppe ins Obergeschoß und schaute aus dem Fenster.
Als ich nach Hause kam, wurde ich schnurrend empfangen. Baby saß mit ihr auf der Treppe, allerdings im Abstand von zwei Treppenstufen. Aber er fauchte nicht, wenn sie nicht versuchte ihm näher zu kommen und sie akzeptierte es.
Dann kam Toy ins Haus. Er war noch aufgedreht und stürmisch und bekam als Konsequenz gleich ein paar Schläge auf die Schnauze. Danach war er ruhig und wusste sich zu benehmen, als Belohnung durfte er mit ihr schmusen. Skadi ereilte das selbe Schicksal.
Als die Hunde am Essen waren, schaute Mauzie ihnen zu und gab merkwürdige Geräusche von sich. Sie hatte auch Hunger und ich zeigte ihr den Katzen-Essplatz. Die Hunde waren schneller fertig und gingen nach ihr schauen, aber sie interessierte nur das Futter… Als sie satt war, ging sie ins Wohnzimmer und verschwand zum Schläfchen hinter dem Sofa.
Drei Stunden später tauchte sie wieder auf und es war, als ob alles Normalität wäre: Sie wuselte durch das Haus, zwischen den Pfoten der Hunde, sie schmuste mit ihnen und ließ sich durch nichts beeindrucken. Unsere Katzen ignorierte sie, wenn sie angefaucht wurde…
Nachts verjagte sie unsere Katze Cecilia, die hier sonst King Louis im Haus ist, unter unser Bett, als diese sie angreifen wollte. Seither ist Cecilia kleinlaut und geht der kleinen Mauzie aus dem Weg.
05.06.2010 Das Katzenkind ist mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Sie hat jeden Tag etwas Neues dazugelernt und mehr an Vertrauen gewonnen. Eigentlich wäre die Zeit jetzt reif dafür, ihr Ausgang zu gewähren, aber sie ist rollig geworden. Und aus diesem Grund darf sie noch das Haus hüten, denn wir wollen keinen Nachwuchs. Die Nächte sind nun LAUT, aber da müssen wir durch. Wie heißt es doch?: Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat Zwei. Und wenn es so weit ist, dann werden wir die ersten Runden im Garten an der Leine drehen, um sie an die neue Umgebung zu gewöhnen...
19.06.2010
Also machte ich einfach am nächsten Tag die Tür auf, ließ sie raus und hoffte, daß sie wiederkommt. Es dauerte 24 Stunden, aber sie kam wieder. Jetzt sind wir eingespielt... sie kommt und geht, wie es ihr gefällt, und genießt ihre Freiheit. Doch sie weiß auch, wo sie hingehört und wo es warm und kuschelig ist, man Streicheleinheiten bekommt und man ihr GUTES tut. Wenn ich sie rufe und sie in der Nähe ist, dann bekomme ich auch eine laute Antwort, was nicht heißt, daß sie dann nach Hause kommt. Aber wir kommunizieren... Wenn sie nach Hause kommt und die Tür ist zu, steht sie davor und miaut, damit man sie reinläßt. Als nächstes wird gefuttert und ausgeruht. Je nach Lust und Laune bleibt sie oder geht kurze Zeit später wieder raus. Aber spätestens gegen Mitternacht, wenn meine Hunde ihre letzte Runde durch den Garten drehen, ist sie wieder da. Dann wird noch Mal gefuttert und ausgiebig gekuschelt und die Zeckenuntersuchung steht an. Sie schmeißt sich dazu auf meinen Schoß und läßt sich wie ein kleines Äffchen lausen, anschließend gehen wir alle zusammen schlafen. Sie kommt ins Bett, kuschelt sich an und schnurrt mich gemeinsam mit Baby (meinem Kater) in den Schlaf... Es ist schön zu sehen, wieviel Vertrauen sie bekommen hat und wie sehr sie es genießt, ein Zuhause zu haben. Komisch ist nur, daß ich von mir behaupte, ein Hundemensch zu sein, aber doch immer wieder das Glück habe irgendwelche Katzen zu retten...
20.07.2010
Seitdem die Sommerhitze so richtig zugeschlagen hat, haben wir nun eine Art "Katzentür", damit die Drei nicht in der Sonne brutzeln müssen, wenn keiner zu Hause ist. Alles hat Vor- und Nachteile... nun passiert es öfter, daß mich eine Überraschung erwartet, wenn ich nach Hause komme: Baby und Mauzie bringen Geschenke in Form von toten Mäusen und legen sie vor dem Kühlschrank ab -> für schlechte Zeiten? Manchmal bringen sie auch eine lebendige Maus mit, dann haben alle Spaß, auch meine Hunde. Ich finde es nicht prickelnd, aber mich fragt ja keiner. Mauzie hat jetzt Begrüssungsritualle mit meinen Hunden eingeführt und so viel Vertrauen, daß sie diese auch bei allen Pflegehunden durchführt, die zu uns nach Hause kommen. Sie fühlt sich so sicher und geborgen, daß sie sich zum Schlafen zu den Hunden legt, sich bei denen am Bauch, am Hals oder an der Schnauze ankuschelt und ihnen was vorschnurrt... Was hier manchmal abgeht, ist besser als Kino und übertrift jeden Film. Tierheimhund - schwer gemachtEs ist nun über ein Jahr her, dass meine Dobermänner Amanda (13) und Snoop (3 Jahre alt; genannt Schnecke) gestorben sind und Teutates allein zurückbleiben musste… Die Zeit der Trauer war und ist hart. Was an den Todestagen der Beiden in mir vorging, mag ich gar nicht weitergeben, aber nun ist es soweit, dass wir nach Vorne schauen wollen und für ein neues Familienmitglied bereit sind. Mein Mann möchte augenblicklich keinen Dobermann mehr haben. Und nach stundenlangen Gesprächen, die sich über Wochen und Monate hinzogen, konnten wir uns letztendlich auf eine Dogge einigen… Nun ging die Suche nach einer „kleinen“ großen Schwester für Teutates los: diverse Seiten im Internet wurden über Wochen hinweg durchforstet, bis wir das richtige Hundekind im Tierheim Brandenburg gefunden haben: Dina, eine kleine 4 Monate alte Grautiger. „Dina ist am 22.11.2009 geboren. Sie ist deutlich sensibler und unsicherer vom Wesen, als ihr Bruder, wird daher auch nur als Zweithündin zu einem wesenfesten Ersthund vermittelt. Auf Anfrage per Internet erfuhren wir, dass sie noch keine Interessenten hat und fuhren sogleich am nächsten Wochenende hin, um die Kleine kennenzulernen, da das Tierheim jeweils nur Mittwochs und Samstags von 10.00 – 16.00 Uhr geöffnet ist. Nach 150 km und einer zweistündigen Anfahrt mit unzähligen Umleitungen, standen wir vor einem gemauerten 2 Meter Zaun und einer verschlossenen Eisentür. „Besucher, bitte KLINGELN!“ Jemand öffnete uns das Tor zum Gelände und fragte, was wir möchten. „Wir sind wegen dem Doggenwelpen Dina hier.“, antwortete ich, dann wurden wir Hineingebeten. Während Teutates im Auto wartete, wurden mein Mann und ich aufgefordert, der Person in ein Haus zu folgen. Man bat uns in einer Küche Platz zu nehmen und zu warten. Kurz darauf kam eine Frau, die uns fragte, ob wir die Anfrage wegen Dina per E-Mail gestellt haben und wo unser Hund sei. Dann folgten wir ihr durch das Haus, zurück auf den Innenhof, und wurden gebeten dort zu warten, während sie Dina holt. Wir sahen einen Verkaufsstand, das Haus aus dem wir kamen, ein weiteres Gebäude, die gemauerte Umzäunung, den Innenhof durch welchen wir vorher schon hindurch mussten, jedoch keinen Hund, keinen Zwinger, nix! Wir warteten, während die Frau ein Gebäude betrat – Hundegebell wurde laut, dann erschien sie mit unserem Doggenbaby wieder in der Tür. Sie erklärte uns, dass man sich in diesem Tierheim nicht frei auf dem Gelände bewegen dürfte, wie ich es von anderen Tierheimen her kannte, sondern nur in Begleitung eines Mitarbeiters. Frei nach dem Motto: Wer zu erst kommt, malt zuerst! Die anderen Besucher müssten sich solange in der Kaffeeküche gedulden, bis wieder ein Mitarbeiter frei wird. Und die Besucher dürften das Hundehaus nur in Begleitung eines Mitarbeiters des Tierheims betreten, wenn die vorherigen Besucher ihren Rundgang beendet haben, um die Hunde nicht so sehr aufzuregen! Nun stand der Spaziergang mit Dina an, mein Mann musste seinen Personalausweis abgeben, aber die Tierheimmitarbeiterin begleitete uns, hielt Dina auch an der Leine, um sich die Zusammenführung mit Teutates anzuschauen. Unser –durch die Fahrt gestresster Hund- sprang aus dem Auto und währe dem Welpen fast auf dem Kopf gesprungen, weil sich die Tierheimmitarbeiterin mit dem Baby direkt neben unserem Auto platziert hat, was nicht optimal war, für Jemanden, der Ahnung haben sollte! Toy schnupperte, machte „BUH!“, Dina schrie und wollte weglaufen. Ich übergab Toy meinem Mann, widmete mich dem Baby, versuchte es abzulenken, um die Situation schnell ins Vergessen geraten zu lassen… Schon wurde ich ermahnt, mich nicht so viel mit Dina zu beschäftigen und sie nicht zu bedauern, um das Angstverhalten nicht zu bestärken! Es folgte der Kommentar:“ War ja nicht das Wahre, für eine Erstbegegnung!“ Nein, natürlich nicht! Aber was erwartet man von einem fast 3jährigen Rüden, der mit Welpen nichts anfangen kann und zu seiner normalen Auslaufzeit geschlagene zwei Stunden im Auto sitzt…? Selbst ich vernahm den Babygeruch, neben dem Geruch von 100 anderen Tierheiminsassen und Pisse und Kacke, weil Dina wohl seit kurzem mit 5 anderen Junghunden in einem Zwinger untergebracht ist, und man es nicht schafft, es dort sauber zu halten, so schnell wie sie alle unter sich machen und anschließend in dem Dreck spielen – was auch verständlich ist! Es war aber alles schnell vergessen, wir gingen auf ein nahes Feld spazieren, wo wohl alle Heimhunde Auslauf genießen dürfen, Teutates entspannte sich und begann Zeitung zu lesen.Schon stand die Tierheimmitarbeiterin da, deutete mit dem Zeigefinger auf die nicht vorhandene Uhr an ihrem Handgelenk und meinte: “Ich will ja nicht drängeln, aber langsam sollte Teutates mal Kontakt zu Dina aufbauen, denn soviel Zeit habe ich nicht, da warten noch andere Besucher.“ Während Toy sich jedoch weiterhin mit der Umgebung befasste, erzählte sie, dass Dinas Mutter Donna per Kaiserschnitt 10 Welpen zur Welt brachte, wovon 5 eine Totgeburt waren und 3 weitere in der schlechten Haltung, in der sie sich befanden, starben. Lediglich Dina und ihr Bruder Diego hätten überlebt und sind mit der dritten Lebenswoche mit ihrer Mutter auf Grund einer Sicherstellung im Tierheim gelandet. Da die Welpen sehr krank waren, kämpfte man über Wochen um ihr Leben. Daher ist Dina schon mit 3 Monaten einen Kopf kleiner als ihr Bruder gewesen, und würde wohl Ausgewachsen nur die Größe von Teutates (Dobermann ca. 72 cm) erreichen. Des weiteren würde Dina, die mit 4 Monaten jetzt schon körperlich unterentwickelt und für ihr Alter zu klein ist, Ende Mai mit 6 Monaten kastriert werden und stünde erst ab Mitte Juni zur Vermittlung. Denn die Tierheimvorschriften besagen, dass eine Hündin das Tierheim nicht unkastriert verlassen dürfte! Als ich dem entgegnete, dass alle meine Hunde bisher aus dem Tierheim oder dem Tierschutz stammten, ich so eine Regelung jedoch noch nicht kennengelernt habe, sondern lediglich die Auflagen, dass die Hündinnen laut Vermittlungsvertrag kastriert werden müssen, kenne, bekam ich zur Antwort, dass man damit schlechte Erfahrungen gemacht hat, weil man die Tierbesitzer nur wegen Vertragsverletzung verklagen könnte, wenn diese eine Kastration nicht durchführen lassen wollen im Nachhinein. Dies kostet zu viel Zeit und Geld und daher würde man es gleich im Tierheim erledigen… Und apropos Geld, auf den Internetseiten des Tierheims findet man die Auskunft: Für jedes Tier ist eine Schutzgebühr zu bezahlen. Diese richtet sich nach Rasse, Alter und Gesundheitszustand. Bei Hunden liegt die Schutzgebühr zwischen 50 und 350 Euro, in einzelnen Fällen darüber. Da Dina eine Dogge sei, würde die Schutzgebühr nach der Kastration, dem Chip etc. 550,- Euro betragen. Nun gut, dachten wir, auf den ganzen Internetseiten, die wir uns angeschaut haben, könnten wir ein Doggenbaby vom Züchter ohne Papiere – auf die wir keinen Wert legen- auch bekommen und zwar sofort, ohne noch 3 Monate warten zu müssen… Aber der Chip und die Kastration kosten etwa 250 – 300 Euro, und wir wollen keinen Hund vom Züchter, sondern eine arme Seele aus dem Tierschutz retten… -Wenn man sich bemüht, findet man immer für alles eine Erklärung!- In der Zwischenzeit bekam ich Teutates dazu erneut an Dina zu schnuppern – ohne BUH zu machen- und es resultierte sogar beiderseits ein Nasenstupsen daraus. „Nach dem schlechten Einstieg, ist es schon mal ganz gut gelaufen.“, kriegten wir zu hören, dann machten wir uns auf den Rückweg, weil der guten Frau die Zeit im Nacken saß! Das Kennenlernen dauerte, wenn wir alles berücksichtigen 15 – 20 Minuten, wofür wir für Hin- und Rückfahrt ca. 300 km und 4 Stunden Fahrt in Kauf nahmen. So habe ich es mir nicht vorgestellt! Teutates setzten wir ins Auto, Dina wurde zurück ins Hundehaus gebracht – wie ihre Unterbringung ist, konnten wir wieder nicht sehen, dann haben wir noch einige Minuten die Mutter auf dem Innenhof kennen lernen dürfen… wurden gefragt, ob wir uns entschieden hätten und wiederkommen wollen, dann würde man Dina für uns reservieren. Das war´s. Auf dem Heimweg hatten wir genug Zeit uns zu unterhalten, sprachen auch darüber, dass wir als zukünftigen Hundehalter jetzt eine Kennenlernphase durchlaufen. Das bedeutet, dass zwei, drei oder manchmal auch mehr Besuche nötig werden, damit Familie und Hund sich beschnuppern und kennen lernen können. (Tierheimvorschriften, auf der Internetseite nachzulesen) Bei drei Besuchen, so stellten wir fest, würden wir bereits 1200 km fahren müssen. Da wir aber erst Mitte März hatten und Dina erst Mitte Juni vermittelt werden sollte, würden es noch einige Hundert Kilometer mehr werden, denn schließlich wollen wir unser Hundekind aufwachsen sehen etc. Daheim angekommen, konnten wir im Internet lesen, daß Dina Interessenten gefunden hat und die Kennenlernphase läuft, sogleich verfasste ich eine Mail ans Tierheim: hallo, wir wollten uns noch mal melden und euch mitteilen, daß wir uns nach dem heutigen kennenlernen 100 % für dina entschieden haben. wir werden nicht mehr weitersuchen -> sie soll unser zweites hundekind werden! Wir freuen uns auf ein balsiges wiedersehen, obwohl wir sagen müssen, daß uns die fahrt bauchschmerzen macht, denn wir sind heute um 10.15 uhr los und waren erst um 15.40 uhr wieder zuhause und der spaziergang dauerte leider nicht lange. Und wenn wir bedenken, daß wir die kleine erst in 2,5 - 3 monaten bekommen, sie aber gern jedes wochenende sehen würden, dann macht das eine menge zeit und sprit aus, denn es sind über 300 km jedes mal. aber wir können euch und eure vorschriften (auch die sache mit der kastration) andererseits auch verstehen. daher wollten wir euch bitten, darüber nachzudenken, wie es wäre, wenn wir vorerst einen vertrag über eine pflegestelle machen würden. so könnten wir dina in der wichtigsten zeit ihres lebens schon begleiten, ihr alles zeigen und beibringen, was für ihr zukünftiges leben von bedeutung ist... und möchten grade bei ihrer vorgeschichte und ihrem unsicheren und sensiblen wesen keine zeit verlieren, ihr zu zeigen, wie das leben außerhalb eines zwingers ausschaut... und sie würde dennoch weiterhin eigentum des tierheims bleiben, dabei könntet ihr nichts verlieren, aber die zuckermaus eine menge gewinnen. zur kastration würden wir sie selbstverständlich wieder zu euch bringen und erst danach einen vermittlungsvertrag schließen. so werden eure vorschriften erfüllt und wir könnten sie aufwachsen sehen... sämtliche kosten bis zu einer endgültigen vermittlungen, würden wir natürlich selbst tragen! bitte denkt darüber nach....
Die Antwort klang ernüchternd:
Hallo zurück, Irgendwie schien es, als hätten wir an einander vorbeigeredet und wir konnten die Antwort nicht recht begreifen. So schrieb ich wieder eine Mail: hallo, Darauf bekamen wir keine Antwort. Wir sprachen mit anderen Tierheimen aus Brandenburg und auch den war die Situation unbegreiflich, wie sich ein Tierheim hinter angeblichen Vorschriften des Ordnungsamtes, von welchen sie noch nie gehört haben, verstecken könnte, abgesehen davon, dass ein Tierheim darauf bedacht sein sollte, Kosten einzusparen, freie Plätze zu schaffen usw. … also fragten wir bei dem zuständigen Ordnungsamt nach, ob die Geschichte stimmt und wenn ja, ob wir eine Sondergenehmigung beantragen könnten. Nun war es wieder Samstag, eine Woche nach unserer Erstbegegnung mit Dina, und wir machten uns wieder auf den langen Weg ins Tierheim… Dort angekommen, wollten wir nicht den selben Fehler begehen, also ging mein Mann mit Toy schon mal ein paar Meter spazieren, damit er sich von der Fahrt erholen konnte, während ich an der Tür klingelte. Prompt wurde mir geöffnet und ich sagte, dass wir Dina zum Spaziergang abholen wollen. Im selben Augenblick sah ich Frau G. ankommen, die wir bei unserem ersten Besuch kennen lernen durften und die uns Antwort auf die Mails erteilte. Wie sich innerhalb der letzten Tage rausstellte, war sie auch die Tierheimleiterin. Was nun folgte, wollte ich kaum glauben: Sie sagte, dass sie mir mittags eine Mail geschrieben hatte, dass sie sich für andere Interessenten entschieden hätte und wir nicht mehr kommen brauchen. Auf meine Frage, wie es denn andere Interessenten geben könnte, wenn Dina doch angeblich für uns reserviert wurde, was im Internet auch nach unserem ersten Besuch nachzulesen war, erhielt ich keine Antwort. Es täte ihr leid, dass wir nun gekommen sind, ist halt alles „scheiße gelaufen“, sie dachte, ich würde die Mail rechtzeitig lesen…. Der Hund der Anderen hat sofort ein Spiel mit Dina angefangen und ist nicht, wie unserer „ auf sie drauf gegangen!“. „Scheiße, ist Eure Aktion hier!“, antwortete ich „Und wie man hier verarscht wird! Sie sagten doch nach dem Spaziergang, dass sich ja doch noch alles zum Positiven entwickelt hat…“ Sie müsse an Dina denken, hörte ich sie sagen. „Das tun wir auch, sonst wären wir nicht hier! Wir wissen mit unserer Freizeit umzugehen und haben keine Langeweile, weshalb wir uns für NIX und wieder NIX den Weg von 300 km ans Bein binden!“ Und bevor ich noch was sagen konnte, was mir nachträglich bestimmt nicht leid getan hätte, verließ ich enttäuscht und voller Wut das Tierheim. Daheim angekommen, lasen wir Ihre Mail, die um 13.31 Uhr gesendet wurde. 29 Minuten vor unserer Ankunft im Tierheim nach einer zwei stündigen Anfahrt: Hallo, Und nach dieser Erfahrung suchen wir nun auf anderen Wegen unser zweites Hundekind.
Magi März 2010
NachtragAlles SCHLECHTE, birgt auch etwas GUTES. Nachdem ich diesen Artikel auf unseren Seiten veröffentlicht habe, bekam ich viele Zuschriften von Organisationen und Privatpersonen, die ähnliche Geschichten über das besagte Tierheim berichteten. Und wir haben einen netten Kontakt zu den SOSdoggen.de geknüpft, über die wir Ostern 2010 unseres zweites Hundekind Skadi (eine 10- monate alte Deutsche Dogge) vermittelt bekamen. Nun sind wir wieder eine komplette und sehr glückliche Familie! Weitere Fotos unter: http://picasaweb.google.com/dogwalkerberlin/SkadiToy
Schlechter Zeitpunkt für DobisIch nutze unseren Dogblog, um Euch meine persönliche Geschichte zu erzählen, meine Erfahrung, meine Trauer, meine Wut, sowie meinen Schmerz und meine Erkenntnis mitzuteilen: Es ist ein schlechter Zeitpunkt für Dobermänner!
Ich bekam meinen ersten Dobermann mit 13 Jahren und bin dieser Rasse seither treu geblieben. Harry kam am 01.04.1989 zur Welt und starb 1999 mit 10 jahren an Krebs.
Zwei Jahre später holte ich Amanda aus dem Tierheim Lankwitz in Berlin. Sie war ein Fundtier, wurde von dem Tierheimarzt auf 6 Jahre geschätzt, von meiner Tierärztin auf ca. 3 Jahre. Amanda verbrachte fast 9 Jahre mit mir und war der Grund, warum ich den Job als Dogwalker wählte. Sie hatte einen Herzklappenfhler, der in ihrem Leben aber keine Rolle spielte, sie musste keine Tabletten einnehmen und hatte bis zu ihrem Ableben keine Beschwerden hinsichtlich des Herzens.
Am 12. 09. 2005 kam Snoop, gennant Schnecke, zur Welt. Ein skrupelloser Züchter in Kaiserslautern verkaufte den Welpen, der eine Woche später wieder zurückgebracht wurde, weil seine neuen Besitzer merkten, daß er von Geburt an taub war und ihn umtauschen wollten. Der Welpe wurde zu einem Tierarzt gebracht und sollte eingeschläfert werden, weil der Züchter mit einer "tauben Nuss" kein Geld machen konnte. Weil sich der Tierarzt aber weigerte einen sonst kerngesunden Welpen einzuschläfern, verständigte er die Dobermann-Nothilfe, die den Kleinen abholen wollte, um ihn das Leben zu retten. Aber da hatte der Welpe wieder an Wert gewonnen und man mußte ihm dem Züchter für teures Geld abkaufen, bevor dieser, wie er drohte, doch noch einen Arzt findet, der den Welpen tötet. Mehr muß ich an dieser Stelle zum Theme "Züchter, die nur auf Profit aus sind" nicht kund tun.... Mit 13 Wochen holte ich Schnecke bei der Dobermann-Nothilfe ab, präsentierte Amanda ihren kleinen Bruder und intergrierte ihn in unser Rudel. Tauber Hund - Na und? Schnecke orientierte sich an Amanda und den anderen Hunden im Rudel, und wer es nicht wusste, der bekam es auch nicht mit, daß mein Hund gehörlos war. Am 26.03.2007 kam Teutates zur Welt, dessen Mutter unter tragischen Umständen auf dem Weg zum Tierarzt gemeinsam mit ihrem Besitzer bei einem Autounfall starb. Mit 9 Wochen nahmen wir den kleinen Kerl in unserer Familie auf. Amanda und Snoop bekamen einen kleinen Bruder, an dem sich Schnecke später orientieren sollte, wenn Amanda mal nicht mehr da sein sollte... aber es kam anders.
Amanda starb mit geschätzten 13 Jahren, was für einen Dobi "Asbach-Uralt" ist, im Dezember 2008. Im Februar 2009, kurz nachdem wir privat an einem Sonntag im Auslaufgebiet ankamen, brach Schnecke plötzlich zusammen. Wir verbrachten den ganzen Tag beim Tierarzt und anschließend in der Tierklinik Marzahn. Das EKG sah über Stunden hinweg furchterregend aus. Am Dienstag waren wir in Kleinmachnow bei der Kardiologin Dr. Kattinger, wo eine Herzinsuffiziens (Herzmuskelschwäche) diagnostiziert wurde, die vorher kein Tierarzt erkannt hatte. Schneckes Herz zog sich im Vergleich zu einem gesunden Hund nur noch zu 15 % zusammen, was zur Folge hatte, daß immer mehr Blut in den Herzkammern zurück blieb, weil das Herz nicht mehr genug Leistung hatte, alles raus zu pumpen, was wiederrum zu einer Vergrößerung der Herzkammern führte und dies dazu, daß sich die Herzklappen nicht mehr richtig schliessen konnten.... Mit Tabletten sollte sich jedoch alles wieder geben und er sollte ein normales Leben führen können... Am Freitag, dem 13. Februar 2009 hatte Schnecke mit knapp 3,5 Jahren einen Herzstillstand. Wir waren gerade im Auslaufgebiet angekommen, als er einfach zusammenbrach und unsere Versuche ihn Wiederzubeleben erfolglos blieben. Teutates ist seither ganz allein, er trauert, sucht und vermisst seinen Bruder, was mir das Herz zerreist, was ohnehin gebrochen ist, da ich in zwei Monaten zwei Hundekinder verloren haben.
Zwei Wochen später bekam ich von meiner Freundin, dessen Dobi aus dem Ausland kam und 1,5 Jahre alt war, die nächste schreckliche Mitteilung. Sie schrieb: "Wir waren spazieren, schönes Wetter. Dann kam ein Hund vorbei, Anubis hat sich aufgeregt, dann war alles ok. Plötzlich fing er an sich zu übergeben und war nicht mehr wirklich anwesend, konnte aber noch stehen. Wir haben sofort umgedreht und wollten wieder zum Auto, als er plötzlich umkippte und tot war." Bei Anubis wurde in der gleichen Woche eine Herzmuskelschwäche diagnostiziert, wie bei Schnecke. Auch bei ihm konnte man vorher nichts feststellen...
In unserem Auslaufgebiet lernten wir vor einem Jahr Sidnay kennen, einen 5 jährigen Dobi, der von einem Züchter in der Nähe von Halle kam. Sid hätte der Zwillingsbruder von Schnecke sein können, so ähnlich sahen sich die Beiden. Bei ihrer ersten Begegnung waren sie so verdutzt, daß man hätte denken können, sie hatten den Eindruck in einen Spiegel zu schauen. Und auch der Rest des Rudels nahm Sid nie für voll, weil sie dachten, daß Schnecke durch das Rudel läuft. Einige Tage nach Schneckes Tot erblickte Teutates Sid auf einige hundert Meter Entfernung, rannte los, freute sich, weil er wohl dachte, daß er Schnecke gefunden hätte, und kam ebenso schnell mit hängenden Ohren wieder zurück... Bei Sidnay wurde im Januar 2009 eine Herzmuskelschwäche erkannt, wie ich im Nachhinein erfuhr, und er starb am selben Tag wie Anubis an seinem Leiden...
Ist das ein Zufall? Nein! Meine Wut richtet sich gegen die Züchter, die zum Teil 1.000 bis 2.000 Euro für einen Dobi verlangen, um Gewinn zu machen, die jedoch nicht auf Krankheiten oder Gendefekte bei der Verpaarung achten, denen es egal ist, wann und woran die Hunde sterben, wenn sie verkauft wurden... Aber ebenso gegen Alle, die ihre Hunde für 200 Euro in den Kleinanzeigen verscherbeln. Hauptsache man hat was daran verdient, wieviel ist egal, denn Nachschub ist vorhanden auf den Hinterhöfen... Meine Wut richtet sich gegen den Dobermann-Verein, dem es scheinbar auch egal ist...der keinen Nachweis über Genkrankheiten verlangt...Untersuchungen dieser Art nicht zum Standartverfahren erklärt... Meine Wut richtet sich gegen Menschen, die so skrupellos sind, uns unsere Hundekinder lieben zu lassen, in dem Wissen, das ihr Leben begrenzt ist und in der Hoffnung, daß wir diese Leben durch ein Neues ersetzten werden, damit sie wieder Gewinn machen können. Aber ich hoffe, daß diese Rechnung nicht aufgeht, denn auch den Tierärzten ist es aufgefallen, daß die Dobermänner in letzter Zeit vermehrt in jungen Jahren an dem Herzgendefekt sterben... sie wollen nun eine Studie darüber machen und dazu beitragen, diesen Herzfehler aus der Zucht wieder zu entfernen. Dazu sollen Geschwisterpaare oder mindestens zwei Generationen untersucht werden...
Nachtrag: Teutates wird am 26. märz 2010 drei Jahre alt und nimmt seit einem Monat Herztabletten ein, da er ebenfalls an Herzinsuffiziens leidet.
Schweinerei: Katzenbaby ausgesetztAls der Mann von Magi am 06. Mai 08 zur Nachtschicht kam, war die ganze Belegschaft in heller Als Magi das kleine Bündel nach Hause holte, stellte sie fest, warum es nicht gewollt war: Sobald das Baby zu schreien beginnt - und sie tut es regelmäßig alle 2 Stunden bei Tag und bei Nacht - ist Amanda oder Teutates sofort zur Stelle, dann wird der Popo geleckt, damit sie zum pinkeln und koten angeregt wird. Nach der Flasche wird die kleine Schnutte abgeleckt und der Bisher hat sich das Pumsel prächtig entwickelt, sie schreit, wie ein Weltmeister, wenn sie hungrig ist und sie trinkt die Welpenaufzuchtmilch mit Genuß. Sie hat gut zugenommen und man kann ihr beim Wachsen zuschauen. Da Magi, ihr Mann und Amanda vor sieben Jahren schon mal ein fünf Tage altes Katzenbaby durchgebracht haben und seither immer wieder mal beim Aufpäppeln von Katzenbabies helfen, Am 13. Mai begann die Süße langsam die Augen zu öffnen... Der kleine Schatz ist jetzt schon fast vier Wochen alt und hat jetzt kleine Eckzähne, die sie gern an Fingern und den Nasen der Hunde ausprobiert. Sie läuft schon ohne umzukippen und wer nicht genau hinsieht, der merkt auch nichts von ihrer Behinderung. Die Dobis sind alle ganz aufgeregt, wenn sie den Boden unsicher macht und langsam weckt sie auch das Interesse der beiden Katzen... Piu-Piu ist nun der Name dieses Katzenkneuls. Sie ist bereits sechs Wochen alt und FortsetzungPiu-Piu hat sich zu einer kleinen Katzendame entwickelt. Als sie das erste Mal "ROLLIG" wurde, hatten die Hunde sehr darunter zu leiden. Piu war der Meinung es 24 Stunden am Tag laut verkünden zu müssen, was ihr geschah und sie nervte Teutates, Schnecke und Amanda ebenfalls 24 Stunden am Tag, indem sie sich ständig zwischen ihre Pfoten legte, den Popo in die Höhe streckte und sich mit aller Gewalt gegen ihre Nasen drückte und geleckt werden wollte... Aber die Rolligkeit hatte auch noch einen anderen negativen Effekt: Piu machte unsere älteste Katze Cecilia auf sich aufmerksam und ganz wild. Von nun an war es vorbei mit der Ruhe in unserem Haushalt. Die beiden Katzen konnten sich nicht mehr sehen und riechen, und Cecilia machte regelrecht JAGD auf Piu, die ihr körperlich unterlegen war. Fliegende Haarbüschel, Biss- und Krallenverletzungen waren die Folge dieser Auseinandersetzungen. Es ging soweit, daß Piu sich nur noch aus der Ecke hinter dem Sofa vorwagte, wenn die Hunde Zuhause waren, weil diese sie vor den Attacken von Cecilia beschützten. Ansonsten kauerte sie die ganze Zeit in irgendeinem Versteck... eine Lösung mußte also her, die allen Gerecht wurde. Zwischenzeitlich verstarben Amanda und Schnecke und die Entscheidung Piu wegzugeben fiel uns umso schwerer. Ich machte mir Vorwürfe, da es so gesehen das Peppelkind von Teutates war, was ihm nun auch noch neben seinen Geschwistern genommen werden sollte... Aber es half alles nichts, da sich die Situation zwischen Cecilia und Piu immer weiter steigerte und verschlechterte.
Nun leben Piu und Smilla seit fast einem Jahr glücklich vereint zusammen und haben den Spaß an einander noch immer nicht verloren. Und ich bin glücklich darüber, weil ich unser Findelkind weiterhin jede Woche sehen kann und weiß, daß es ihr gut geht... Wer die Entwicklung von unserem Findling in Bildern dokumentiert sehen möchte, www.picasaweb.google.de/dogwalkerberlin/UnseresKatzenbaby
![]() Ein Hund ist der einzige Freund, den man kaufen kann.
Wer für die Katz arbeitet, kommt bald auf den Hund. Leute, die Hunde halten, sind Feiglinge, die sich nicht trauen, andere Leute selber zu beissen! Der Hund ist der 6. Sinn des Menschen. Den letzten beissen die Hunde! Da wird der Hund in der Pfanne verrückt! Der eigene Hund macht keinen Lärm - er bellt nur. Keine Angst, der ist schon satt! Bei Dir möcht ich Hund sein. Eigentlich ist er ganz brav... Beißt der? - Mich nicht. Natürlich kann man ohne Hund leben - es lohnt sich nur nicht. Der Hund beißt nicht, aber fürchtet seinen Besitzer! Sein Name lautet nicht "böser Hund", sondern "bester Freund". Die Sprache des Hundes kennt keine Lüge. Kinder sind ein schlechter Hundeersatz.
SeniorenkursDogwalker und Doggieshop traffen sich am 22.05.08 im Dog-Institut zum Seniorenkurs Denn "alte" Hunde gehören nicht nur zum Ausruhen auf das Sofa, sondern wollen auch altersgerecht gefördert und beschäftigt werden. Wie alles ablief dokumentieren die Bilder unter: www.picasaweb.google.com/dogwalkerberlin/Seniorentreffen Von Hunden und (ihren) Menschen
- Bärchen - Es war noch ganz am Anfang meiner Karriere als Dogwalker, als ich einen unerwarteten Anruf aus Moskau Als ich mich auf den Weg machte meinen neuen Kunden kennenzulernen, wusste ich nur, daß es sich um einen großen, 10 jährigen, unkastrierten Rüden Namens Bärchen handeln sollte. Die Rasse "Sarplaninac" sagte mir nichts und ich wollte mich überraschen lassen. Die Überraschung war perfekt, als die Tür aufging und mir ein 60 kg Kaukase in die Augen blickte. Ich schluckte. Ein Bekannter von mir züchtete Kaukasen und ich wußte, daß sie sich Fremden gegenüber sehr misstrauisch zeigen und man ihnen mit Vorsicht begegnen sollte... Zwischen Unmengen an Umzugskartons fand ich mit der Besitzerin eine Sitzgelegenheit und sie erzählte mir die Lebensgeschichte ihres Vierbeiners, während sich dieser einen Platz auf meinen Füßen aussuchte und mir den Kopf auf die Knie legte. Sein Frauchen hat ihn 1994 in Jugoslawien gekauft und "Sarplaninac war die jugoslawische Rassebezeichnung für eine Unterart des Kaukasen. Von dort aus gingen sie nach Amerika, wo Bärchens Gassirunden im Central Park von New York statt fanden, dann zogen sie weiter nach Moskau, und nun letztendlich kamen sie nach Berlin. Doch hier gefiehl es Bärchen nicht so wirklich, da er sein Leben lang Haus und Garten zur Verfügung hatte und sich nun mit einer Wohnung ohne Balkon zufrieden geben musste.
Wir gingen in einem kleinen Park spazieren. Frauchen machte ihn von der Leine ab, was mich arg erstaunte, nachdem sie mir eben erzählte, daß ihr Hund sich nicht mit anderen Rüden vertragen würde, und ich sehen musste, daß sie sich die ganze Zeit über nach dem Hund richtete, weil er auf kein einziges Wort reagierte... Als ich die Frage nach dem Grundgehorsam stellte, schauten mich zwei große Fragezeichen an. "Sitz, Platz.." versuchte ich ihr auf die Sprünge zu helfen. Doch auf die Antwort war ich nicht vorbereitet. "Nein" sagte sie, "sowas habe ich ihm nie beigebracht. Er ist ein Hund und soll ungezwungen leben können, wenn ich ihn schon der Großstadt aussetze...!" Wie ungezwungen das Verhältnis der Beiden war, sah ich wenige Augenblicke später, als wir einige Hunde auf der Wiese erblickten. "Schau Bärchie, da ist deine Freundin von heute morgen.", sagte die Besitzerin und deutete auf eine Schäferhündin, die mit einem Pinscher spielte. Bärchen setzte seinen Gang unbeeindruckt in die Richtung fort. Als er der Schäferhündin ans Hinterteil wollte, stellte sich der Pinscher ihm in den Weg und wollte ihn mit lautem Kläffen und Knurren vertreiben. Bärchen machte kurzen Prozess und nahm sich den Kleinen, der zu seinem Glück schneller und wendiger war, zur Brust. Das Frauchen von Bärchen blieb im Abstand von 10 Metern wie angewurzelt stehen, schüttelte den Kopf und wiederholte dauernd: "Bärchen! Das hast du doch schon seit Jahren nicht mehr gemacht. Bärchie, lass das." Währenddessen fing die Besitzerin den Pinscher ein und hielt den wutentbrannten und größenwahnsinnigen, zappelnden Hund auf dem Arm. Sie drehte sich links und rechts, immer mit dem Rücken zu Bärchen, als dieser Versuchte an ihr hochzuspringen, um den Pinscher zu erwischen. Sie brüllte die Besitzerin von Bärchen an, daß diese doch endlich mal ihren Hund holen sollte, aber Bärchies Frauchen stand immer noch an Ort und Stelle und sagte immer wieder mit betont ruhiger Stimme: "Aber Bärchen, sowas macht man nicht." Es blieb mir also nichts anderes übrig, als in das Geschehen einzugreifen. Ich riß der Frau die Leine aus der Hand, rannte los, schnappte mir den Kaukasen am Halsband, entschuldigte mich bei der Pinscherhalterin und zog mit Bärchen von dannen. Auf dem Rückweg nach Hause plumste es auf einmal neben mir. Als ich hinsah, lag Bärchie (alle Viere von sich gestreckt) mitten auf der Strasse. "Was ist jetzt los?" fragte ich erschrocken. "Er mag manchmal nicht weiterlaufen, dann schmeisst er sich hin und macht Pause, egal wo wir sind. Jetzt warten wir so lange, bis er wieder aufsteht!", wurde mir erklärt, während Frauchen Bärchies dickes Bauchie zu kraullen begann. Immer wenn Bärchen bei mir Zuhause in Pflege war, freute sich mein Kater über seine Anwesenheit. Das große Fellkneul war toll zum kuscheln - nichts im Vergleich zu unserer Dobermann-Hündin mit ihrem kurzen Haarkleid. Mein Kater turnte auf diesem riesigen Hund rum, machte "Milchtreten" auf seinem Bauch und schlief auf seinem Rücken. Bärchen, der nie vorher in seinem Leben eine Katze näher als auf 5 Meter gesehen hat, interessierte das alles nicht, er blieb einfach liegen und ließ den Kater gewähren. Mein "Dicker" lief zwei Jahre mit uns mit, aber dann schaffte er die Strecke nur noch unter Schmerzmitteln und hatte mehr Spaß an den Pausen, als am Laufen. Wenige Monate später wurde bei ihm Krebs diagnostiziert. Bärchen hielt sich wacker und schaffte noch weitere zwei Jahre im langesamen Tempo... Am 19. Mai 2008 wäre Bärchie 14 Jahre alt geworden, aber durch den Krebs mußte er 3 Wochen zuvor eingeschläfert werden. Er bleibt für mich unvergessen - mein erster Rudelchef.
Erstellt von Magi am 14.05.2008
- Sam - "Hallo. Bin ich da richtig bei den Dogwalkern? Ich brauche dringend Eure Hilfe, denn ich bin selbständig und in ganz Deutschland unterwegs und meine Frau ist im siebten Monat schwanger und kann jetzt nicht mehr mit dem Hund runter..."ertönte es am anderen Ende der Leitung. Als wir uns im Hundeauslaufgebiet zum Probelauf trafen, hatte es bereits einige Tage durchgeregnet, der Boden war matschig, rutschig und Hunderte von Pfötzen liessen den Weg als eine einzige Seenlandschaft wirken. Aus einem schnicken Auto stieg ein schnicker Kerl aus: ein schwarzer Hosenanzug, ein langer schwarzer Wollmantel und dazu die passenden Lackschuhe. Wow, dachte ich, so vornehm ist hier noch Keiner erschienen. Da kam ich mir mit Melanie direkt schäbig vor in unseren Regenklamotten mit Basecap auf dem Kopf... Mein Blick schien Bände zu sprechen. "Ich weiß, daß ich nicht unbedingt passend angezogen bin, aber ich habe gleich noch einen wichtigen Termin..." sagte der Mann und ließ seinen Hund aus dem Auto aussteigen. Sam, ein Australian Shepherd, war nicht weniger eindrucksvoll als sein Herrchen, ein bildhübscher vier jähriger Rüde, der völlig suverän durch unser Rudel ging und im wesentlichen nur Augen für seinen Besitzer hatte. Sam und seine Familie waren vor wenigen Tagen aus beruflichen Gründen aus Frankfurt am Main nach Berlin gezogen, wo Sam bereits zwei Jahre lang in einer Hundekitta untergebracht war und den Umgang mit vielen Hunden diverser Rassen gewöhnt war. Der Probelauf verlief daher reibungslos und Sammy sollte gleich am nächsten Tag mit uns mitlaufen. Die Tür wurde mir von Sam´s Frauchen geöffnet. Ich begrüsste sie, stellte mich vor, als sich mir ein Handwerker in den Weg stellte. "Sprechen Sie englich oder französisch? Sie versteht sonst nicht viel deutsch, außer sie sprechen ganz langsam..." War diese Hörde jedoch genommen, war der Rest ein Kinderspiel. Sam stieg ohne Bedänken ins Auto, suchte sich den besten Platz aus, und hörte im Auslauf, wie eine Eins, auf jedes Wort. Dennoch wirkte er arrogant und unantastbar und gab mir immer zu verstehen, daß er all dies tut, weil es von ihm verlangt wird und nicht, weil er es tun möchte. Das faszinierte mich und ich fand diesen kleinen Kerl mit seinen zwei unterschiedlich gefärbten Augen einfach klasse! Ich mag Hunde, die wissen, wie sie sich präsentieren müssen, um Eindruck auf die Menschen zu machen. Hunde, um die man sich bemühen muß und die nicht einfach zu jedem hinlaufen und Freundschaft schließen wollen, um ein paar Streicheleinheiten zu bekommen... Hunde mit eigenem Charakter, deren Blick eine Aussage hat, die kein Mensch nachmachen könnte. Drei Wochen, nachdem wir uns kennengelernt haben, waren Sam und ich Freunde. Sammy´s Familie war viel unterwegs und so verbrachte er viel Zeit bei mir Zuhause. Amanda und Snoop haben sich wunderbar mit ihm verstanden und allmählich gehörte Sam schon zu unserem Haushalt und war mein dritter Hund. Wir waren ein Herz und eine Seele... Auch im Rudel genoß er daher einige Freiheiten und stieg neben Fenris zum zweiten und ausführenden Rudelchef auf. Sam war auch bei mir in Pflege, als ich Teutates in unsere Familie holte. Und obwohl ihn das kleine Elend mit neun Wochen arg nervte, war er, wie Snoop, ein toller großer Bruder. Im Auslauf wich er dem Welpen nicht von der Seite und beschützte ihn, wenn Gefahr drohte. Klar und deutlich half er in der Erziehung mit und wies Toy die Grenzen auf. Andererseits war er der Spielkamerad und Kumpel, einfach eine tolle Nanny, die mit viel Geduld agierte... Seine Liebe zu mir ging soweit, daß er nach jeder Urlaubsbetreuung und jedem Auslauf nach Hause kam, sein Frauchen in der Tür stehen ließ, zum Fressnapf rannte, inhalierte, was drin war, und wieder im Fahrstuhl stand, um mit mir mitzugehen. Frei nach dem Motto: Bin satt, wir können uns wieder vom Acker machen! Frauchen hatte für ihn keine große Bedeutung, aber wenn Herrchen mal Zuhause war, dann war Sam vor Freude schon unten im Hausflur kaum zu bändigen... Herrchen war das Non plus Ultra! Und es schien, als beruhte dies auf Gegenseitigkeit, denn auch Herrchen sprach von Sam als seinem "ersten Kind, seinem Sonnenschein, seinem Sohn" neben dem nur einige Monaten alten menschlichen Töchterchen. Aber der Schein trügt bekanntlich... Eines Tages rief mich sein Besitzer an und erzählte mir, daß er Hilfe braucht, weil seine Frau Angst um das Kind hat. Die Kleine krabbelt jetzt auf dem Boden und Sam ist wie ein Magnet für sie, aber er knurrt wenn sie in seine Nähe kommt und verzieht sich, weil er mit dem 10 -monatigem Kind nichts zu tun haben will. Doch was könnte nicht alles passieren, wenn sie ihn mal bedrängt und er nicht wegrennen kann, wenn sie laufen lernt und ihm hinterher geht... Man sieht doch soviel im Fernsehn! Er vertraut Sam blind, aber seine Frau ist ja die jenige, die ihn den ganzen Tag am Hals hat und Panik hat! Als ich Sam am nächsten Tag abholen wollte, bestätigte mir sein Frauchen die Geschichte, erzählte aber ein wenig mehr die Verhältnisse, wie z. B., daß sie Sam immer wegsperrt, wenn ich ihn nach Hause bringe, weil sie nicht will, daß er das Kind ableckt - Wer weiß, was er draussen gefressen hat? Ich konnte nicht fassen, was ich hörte. Sam hat sich bei mir Zuhause immer und jeder Situation tadellos benommen, ob Besuch mit Kindern da war oder ich mit meinen Viererpack unterwegs war und wir Kindern begegneten... Ich hätte für ihn die Hand ins Feuer gelegt! Ich bot meine Hilfe und Unterstützung an, empfahl eine gute Hundetherapeutin, die die Lage vorbehaltlos einschätzen könnte und gegebenfalls ein Training aufbauen würde, um den Eltern den richtigen Umgang mit Hund und Kind zu zeigen. Beide waren bereit die Hilfe anzunehmen, wenn sie aus dem Urlaub zurück kommen würden und die Gemüter abgekühlt wären... Und Sam und ich sollten wieder eine Woche zusammen verbringen dürfen. Aber alles kam anders. Als ich Sam wieder nach Hause brachte, eröffnete mir Herrchen, daß er sich entschieden hat, Sam nach fünf Jahren wieder zum Züchter zurück nach Frankfurt am Main zu geben, alles sei bereits in die Wege geleitet. Er hätte keine Zeit für Experimente und könnte das Alles nicht einzig und allein seiner Frau aufbrummen, die mit dem Kind schon genug beschäftigt ist... Mir schossen die Tränen in die Augen. Ich versuchte zu argumentieren, wie er denn so kampflos aufgeben könnte, nachdem er noch vor einer Woche um Hilfe bat und diesen Hund ebenfalls als sein Kind ansah... Alles umsonst. Ich merkte, wie die Wut in mir aufstieg, wie ich lauter wurde... Erfolglos! Eine Woche später mußte ich von Sam Abschied nehmen - für immer! Ich heulte Rotz und Wasser und es war, als hätte ich meinen eigenen Hund verloren.
- Sam II - Es waren kaum vier Monate vergangen, da hatte ich ein Déjà-vu-Erlebnis: "Ich bin slbständig und kaum noch zu Hause und meine Frau ist im siebten Monat schwanger und kann nicht mehr mit dem Hund runter..." ertönte es am anderen Ende der Leitung... Zum Probelauf erschien ein netter und sympatischer Typ mit einem dreijährigen Dobermann namens Sam. Ich erzählte Herrchen von meinem "Sammy" und seiner Familie, meiner Enttäuschung und Trauer... Und kaum wieder Zuhause angekommen, hatte ich promt eine Mail, in der mir Sam´s Besitzer alles erzählte, was er sich beim Probelauf nicht zu sagen wagte. Auch diese Familie traute ihrem Hund den Umgang mit einem Kind nicht zu. Na ja, d.h. man könnte ihn ja vielleicht noch an das eigene Kind gewöhnen, aber was ist dann später, wenn das Kind Freunde mit nach Hause bringt...??? Man wollte nicht warten und schauen, wie es laufen könnte, wenn das Kind zur Welt kommt. Man wollte sich nicht die Zeit nehmen mit dem Hund zu arbeiten... Doch all das Wissen um seine Zukunft schob ich weit von mir, denn es war bereits um mich geschehen und ich hatte den Süssen in mein Herz geschlossen. Als Besitzerin eines Dreierpacks dieser Rasse, muß ich wohl nicht extra erwähnen, daß ich einen Narren an Dobermännern gefressen habe. Nach einigen Anfangsproblemen schaffte es Sam schon nach einer Woche mir zu vertrauen und mir seine Freundschaft zu schenken. Und insgeheim hoffte ich, daß wir die ideale Lösung für alle gefunden hätten, so begeistert wie Frauchen und Herrchen waren, daß der Hund endlich den verdienten Auslauf bekam und ausgelastet war. Aber ich sollte mich irren... Sam lief über einen Monat bei uns mit, als ich ihn nach Hause brachte und von Frauchen auf einen Kaffee eingeladen wurde, um einige Dinge abzuklären. Stockend erzählte sie mir, daß sich Leute aus Magdeburg gemeldet haben, die Erfahrung mit Dobis hatten, weil ihr eigener kürzlich verstorben sei. Sie hätten ein Huas mit einem grossen Grundstück, ihre Tochter hätte drei Dobidamen und wohnt in der Nähe... "Es scheint für Sam die perfekte Familie zu sein," sagte Frauchen,"aber wir sind uns dennoch nicht sicher..." In diesem Moment dachte ich, der Stein könnte von meinem Herzen fallen, weil sie es sich doch anders überlegt haben und Sam eine Chance verdienen und bekommen sollte. "Aber wir dachten uns, daß wir Dich erst mal fragen, ob Du Sam nicht haben möchtest, weil ihr Euch so gut versteht und er Dich mag. Und bei Dir hätte er alles, was er braucht zum Glücklichsein: genug Auslauf und andere Hunde Zuhause..." So gern ich Sam hatte, aber ein vierter Dobermann in einer Mietwohnung...mein Mann... Tausend Gedanken, die mir durch den Kopf schossen... Eine Woche später flossen wieder Tränen, als ich mich von Sam nach unserem letzten Spaziergang verabschieden mußte.
Erstellt von Magi am 13.06.2008
- Kaila -
Kaila war ein Abbild von einem Schäferhund in der Größe eines Pinschers. Sie war ein afrikanischer Srassenhund, den Frauchen während ihrer Dienstzeit dort aufgelesen hat und anschließend mit nach Deutschland brachte. Als wir uns zum Probelauf trafen, lief sie mit eingezogenem Schwanz am Bein ihrer Besitzerin, knurrte jeden Hund an und hätte sich am liebsten in Luft aufgelöst, weil ihr das Alles unheimlich war. Je mehr sie auf Distanz ging, um so interressanter wurde sie aber für die Rudelhunde, die alle mindestens das doppelte und dreifache von ihrer eigenen Körpergrösse hatten. Keiner wollte ihr was tun, aber Kaila schob Panik, als hätte man sie den Löwen zum Fraß vorgeworfen.... Ihr Verhalten Menschen gegenüber war nicht viel anders. Frauchen erzählte uns, daß sie Angst vor Männern hatte, weil sie von einem Mann schlecht behandelt wurde. Sie hatte auch Angst vor Kindern, weil diese sie als Strassenhund in Afrika mit Steinen beworfen haben. Kaila hatte grundsätzlich Angst, erst Recht hier bei uns in Berlin, weil alles für sie fremd war: die großen Hunde, die großen Strassen, die Menschenmengen, die Autos... Sie war ein kleines zitterndes Etwas, was man am liebsten auf den Arm genommen hätte, um es zu beschützen, aber das mochte sie auch nicht, das machte ihr auch ANGST. Der Probelauf war für Kaila purer Streß und so dachte ich am Ende, daß Frauchen die ganze Sache dabei belassen würde und wir den kleinen Muck nie wieder zu Gesicht bekommen würden. Aber Frauchen überraschte uns, obwohl es ihr selbst nicht so geheuer schien, war sie ganz cool und fand, daß Kaila schon aus Therapiezwecken in unseres Rudel aufgenommen werden sollte. Als ich am darauf folgenden Tag die Wohnung betrat, stand Kaila an der Tür. Sie freute sich ein wenig, kniff aber sogleich den Schwanz wieder ein und war sehr unterwürfig. Als ich mich zu ihr kniete und ihr ans Halsband faßte, um die Leine anzulegen, schmieß sie sich auf den Boden und schrie wie am Spieß. In dem Moment war ich genauso erschrocken wie sie und ließ schnell die Finger von ihr. Mit freudigen Worten brachte ich das zitternde Hundekind dazu wieder aufzustehen. Ein erneuter Versuch brachte das gleiche Ergebnis - so funktionierte es also schon mal nicht! Nach einigen Fehlschlägen fanden wir beide eine entspannte Variante des Anleinens: Ich stand aufrecht, ließ Kaila sich an meinem Bein auf zwei Beinen aufrichten, durfte ihr dabei den Kopf tetscheln und die Leine fest machen. Weitere Körperteile durfte ich nicht berühren, dazu war sie noch viel zu mißtrauisch und geriet in Panik. Frauchen erzählte mir, daß Kaila gern Auto fährt, aber nur, wenn man sie vorne auf den Beifahrersitz läßt. Meine Hündin Amanda räumte ihr diesen Platz gern ein, aber Kaila zog es vor sich im Fußraum breit zu machen, was von nun an ihr persönlicher V.I.P. Platz werden sollte. Und wehe ein anderer Hund wagte es die Nase in ihren Bereich zu stecken, da wurde sie zur Bestie und verteidigte ihren Platz mit gezielten Nasenbissen! Was, wie ich fand, auch Vorteile für mich bot, wenn ich gefressige Hunde mit im Auto hatte, die sich über mein Frühstück hermachen wollten, wenn ich das Auto verließ. - Ich hatte einen Saluki (Windhund) namens Jean Luc, der immer auf der Suche nach Essbaren war. Dieser Hund hatte es drauf alle Küchenschränke auszuräumen und wenn er dabei nur eine Dose mit Kakaopulver gefunden hat, so wurde diese ausgeschleckt... Und ob ich mein Frühstück im Rucksack oder Handschuhfach im Auto verstaute, interressierte ihn auch nicht wirklich, ich weiß nicht wie, aber er schaffte es alles aufzumachen. Bis Kaila kam! Ich legte meine belegten Brötchen unter ihre Decke und konnte mir sicher sein, daß sie da noch im unangeknabberten Zustand lagen, wenn ich sie essen wollte. Nach und nach machte Kaila eine tolle Entwicklung in unserem Rudel. Man konnte dabei zusehen, wie sie selbstsicherer wurde und Vertrauen gewann. Aus dem zitternden Etwas mit eingeklemten Schwanz wurde eine kleine Diva, die sich durchzusetzen wußte. Die Größe der Hunde spielte bald keine Rolle mehr, wenn Kaila in Stimmung war, spielte sie mit allen. Wenn Kaila übel gelaunt war, dann terrorisierte sie die anderen Hunde. Sie rannte hinter ihnen her, jagte sie regelrcht und zwickte sie ins Hinterteil. Unserer Pointer-Gasthündin Quiri hatte sie soviel Respekt vor sich eingeflüst, daß diese sich gleich auf den Rücken legte, wenn Kaila in Anmarsch war. Nicht das es ihr Etwas genutzt hätte, denn sie wurde trotzdem in den Hintern gezwickt... Schon bald rannte die Kleinste des Rudels knurrend mit aufgestellter Bürste am Kopf der Gruppe voran, wenn uns fremde Hunde entgegen kamen und machte ein Aufriß durch ihr Gebell - wohlwissend, daß das Rudel hinter ihr ist! Nicht umsonst bekam sie von uns den Rufnamen "Kille", wobei wir das "R" am Ende des Wortes immer verschluckt haben. Unser kleiner Kampfhund besaß aber soviel Charme, daß ihr keiner böse sein konnte, wenn sie sich den Spaß machte andere Hunde zu zwicken. Und Spaß hatten wir eine Menge in den vier Jahren, in den Kaila bei uns war. Sie brachte alle zum Lachen, wenn ich sie bei mir Zuhause zur Pflege hatte, und erzählen mußte, daß sich drei Dobermänner nicht auf das Sofa gewagt haben, weil Kaila drauf lag und sie weggeknurrt hatte. Mein kleiner Schnupsel mußte uns im Juni 2009 leider verlassen, weil Frauchen beruflich wieder für die nächsten drei Jahre nach Afrika ging. Aber wir hoffen sie in den Ferien in Deutschland wiederzusehen und halten ihr für 2012 schon ein Plätzen im Rudel frei.
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